Der Spielmannszug

Mit der Gründung der „Freien Turngemeinde Bickenbach (FTG)“ im Jahre 1919 beginnt die Geschichte des heutigen Musikcorps Bickenbach. Die als Spielmannszug gegründete Abteilung der Freien Turner trat vor allem anlässlich von Turnfesten auf. Gespielt wurde auf durch Pfeifen, Trommeln und der Lyra (Glockenspiel). Später kamen Fanfaren und Landsknechttrommeln dazu. 

Die Geschichte des Vereins spiegelt auch ein Stück Zeitgeschichte wider. Das Jahr 1919 war das erste Jahr einer demokratischen Republik in Deutschland und das Jahr nach dem Ende eines großen, verlustreichen Weltkrieges. Nach dem Krieg hatten die Menschen erhebliche Sorgen zur Bewältigung des täglichen Lebens. Trotzdem wurde das Vereinswesen sofort wieder intensiviert. Das Turnwesen hatte schon im 19. Jahrhundert eine große Bedeutung „zur Bildung von Körper und Charakter im Hinblick auf eine Stärkung der Wehrhaftigkeit des deutschen Volkes“ und hatte somit gesellschaftspolitische Bedeutung. Die Turnerorganisation war zunächst national und liberal geprägt. Später nahm die deutsche Turnerschaft einen eher konservativen Charakter an. Bereits im Jahre 1897 war in Bickenbach ein Turnverein unter der Organisation des Deutschen Turnerbundes gegründet worden, der sich bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges hielt. Diesem Turnverein war schon vor Ausbruch des 1. Weltkrieges eine „Musik“ angeschlossen. Nach der mündlichen Überlieferung von Ludwig Ganser fand vor 1914 in den Sommermonaten unter Anleitung eines Militärmusikers im Range eines Gefreiten oder Unteroffiziers sonntags morgens nach dem Kirchgang die Ausbildung statt. Diese Musiker gehörten der Regimentskapelle „1. Großherzoglich Hessische Leibgarde, Infanterieregiment No. 115“ in Darmstadt an. Auf der „Gänsweide“ neben dem Landbach, am Hintergraben, fanden die Übungsstunden statt. Da nicht genügend Trommeln vorhanden waren, wurde auf Holzklötzen mit selbst angefertigten Trommelstecken geübt. In dieser Zeit war es üblich, die verstorbenen Angehörigen vom hiesigen Kriegerverein unter Trommelwirbel zu Grabe zu tragen. Es war eine Ehre, als Trommler vom Dienst in dieser Veteranenvereinigung benannt zu werden. Wie eine Fotografie aus dem Jahre 1935 belegt, war dies auch in Bickenbach so.

Unter dem Dach des im Jahre 1893 gegründeten Arbeiter-Turner-Bundes, der seine Wurzeln in der Arbeiterbewegung hatte, wurde in Bickenbach im Jahre 1919 die Freie Turngemeinde gegründet. Wie bei den Turnern üblich, trugen auch die Spielleute das Outfit der Turner: ganz in weiß. Der Spielmannszug bestand aus Pfeifern und Trommlern nach militärischem Muster. Es wurden vor allem Straßenmärsche und Volkslieder gespielt. Auch die Tradition des „Weckrufes“ gehört wohl unter die Kategorie „Militär“. Bei den Arbeitersportvereinen war es Brauch, Turnfeste durch einen morgendlichen Weckruf anzukündigen. Wie aus einer alten Festschrift ersichtlich wurde so ein Weckruf vor den Turn- und Sportfesten im Sommer bereits um 5.00 Uhr festgesetzt. Dieser Brauch hat sich auch beim Bickenbacher Spielmannszug bis Ende der 60er Jahre gehalten. Der 1. Mai und der Frühschoppen am Volksfestsonntag wurde mit einem „Weckruf“ in den Straßen und Gassen angekündigt, allerdings nicht mehr ganz so früh wie bei den früheren Turnfesten.

Einer der Gründer des Spielmannszuges 1919 war Philipp Pühler, der seiner Zeit die Initiative zur Gründung der Freien Turnerschaft unterstützt hat. Der Mann der ersten Stunde war Stabführer Philipp Baumunk. Im Jahre 1927 folgte ihm Georg Gilbert, der dem Spielmannszug bis 1933 vorstand. Weil ja die Freien Turner zur Arbeitersportbewegung (Arbeiterturnerbund) gehörten, haben die Nationalsozialisten im Jahre 1933 auch dort zugeschlagen. Sie beschlagnahmten die Instrumente und gaben sie nicht eher frei, bis sich die Spielleute bereit erklärten, im Rahmen bzw. unter der SA weiterzuspielen. Eines Tages wurden die Fahnen, Noten und sonstige Schriften der Freien Turner und des Spielmannszuges sowie des Arbeitergesangsvereins „Liederzweig“ eingesammelt und auf dem Marktplatz öffentlich verbrannt. „Ein abendlicher Fackelzug beendete diesen Tag.“ Nur die handgefertigte Fahnenspitze hat in einem Versteck diese Zeit überdauert und wurde mehr durch Zufall wieder entdeckt. Sie befindet sich heute im Heimatmuseum.

Von 1933 bis 1934 wurde Wilhelm Ganzert mit der Leitung des Spielmannszuges beauftragt. Ihm folgte bis 1939 Heinrich Groh aus Zwingenberg. Vermutlich wurden die Instrumente unter dem fortbestehenden Turnverein wieder aufgenommen. In den Jahren 1939 bis 1951 (Krieg und Nachkriegszeit) musste das Musizieren dann ganz eingestellt werden. Auch aus den Reihen des Spielmannszuges waren einige Spielleute vom Krieg nicht mehr zurückgekehrt.


Der Spielmannszug des Orts- und Kulturkartells Bickenbach (OKK)

Der erste Vorsitzende und Mitgründer des OKK, Adolf Weidmann, und Sophie Blum (Ehefrau des damaligen Bürgermeister s Georg Blum) haben den Gedanken einer Wiederbelebung des Spielmannszuges ins Auge gefasst. Im Jahre 1951 wurde der Spielmannszug wieder aufgestellt und unterstand direkt dem neugegründeten Orts- und Kulturkartell (OKK). Der erste Auftritt erfolgte anlässlich des Bickenbacher Volksfestes im Festzelt neben dem Sportplatz. Heinrich Gärtner jun. war damals dabei und erinnert sich:

„Nachdem die Not der ersten Nachkriegsjahre überwunden war, regte sich auch in der Bevölkerung wieder der Sinn für Muse. So gab es auch in Bickenbach viele Anhänger der Musik, die zur Gründung eines Spielmannszuges bereit waren. Zu ihnen gehörten besonders Georg Bormuth, Georg Billing, Franz Ritz, Franz Schuch und Heinrich Gärtner. Die erste Versammlung war im Gemeinschaftsraum der Schule in der Steingasse unter der Anwesenheit von Bürgermeister Georg Blum. Die erste Ausstattung des Zuges beschränkte sich zunächst auf Pfeifen und Trommeln, die von der Gemeinde gestellt wurden. Durch die Umstände der Zeit mussten sich einige Trommler vorübergehend mit Holzscheiben begnügen. Erst später kamen eine große Trommel und eine Lyra dazu. Der Übungsbetrieb war in der Schule am Marktplatz. Nur wenige Mitglieder waren des Notenlesens fähig. Für die anderen wurde durch eine so genannte Grifftabelle der Fingersatz unter die einzelnen Noten geschrieben. Im Übrigen mussten die Märsche auswendig gelernt werden. In der folgenden Zeit übernahm Georg Mink die technische Leitung und Stabführung. Die ersten Märsche waren die Lieder „Preußens Gloria“, „Hoch Heidecksburg“ und „Groß Berlin“.

Heinrich Gärtner sen. hat viel für den Wiederaufbau des Spielmannszuges geleistet. Er hat die Pfeifer ausgebildet. Die Proben wurden zuhause abgehalten, denn Übungsräume standen nicht zur Verfügung. Im ersten Jahr der Wiedergründung waren Heinrich Gärtner und Georg Bormuth die Stabführer. Kurze Zeit später übernahm Georg Mink die Leitung des Spielmannszuges. Die Einzelausbildung fand bei den jeweiligen Ausbildern zuhause statt. Die Gesamtproben wurden in Schulsälen oder anderen geeigneten Räumlichkeiten, die gerade frei waren, abgehalten. In dem neuen Jugendheim am Sportplatz fand der Spielmannszug 1956 seine vorläufige Bleibe. Zu den Pfeifern und Trommlern wurden Ende der 50er Jahre Fanfaren und große Landsknechtstrommeln eingesetzt. Man nannte sich dann Spielmanns- und Fanfarenzug. Im Jahre 1959 wurde Erich Ganzert Stabführer des inzwischen auf 39 Mann angewachsenen Spielmanns- und Fanfarenzuges. 1960 beteiligten sich die Spielleute an einem Musikwettstreit in Gießen-Lahn. Der Spielmannszug errang den 3. Platz in der Gesamtwertung. Für die Leistung des Stabführers Erich Ganzert gab es den 2. Platz. Besonderes Ereignis im Jahre 1964 war der Auftritt beim Besuch des damaligen Regierenden Bürgermeister s von Berlin und des späteren Bundeskanzlers, Willy Brandt, dem in Bickenbach auf dem Marktplatz ein herzlicher Empfang bereitet wurde.

Im Jahr 1965 wurde von viel „Lob für Bickenbachs Spielleute“ berichtet. Die Zufrie-denheit und die Gunst für den Spielmanns- und Fanfarenzug wurde von dem Obmann Hans Emmerich (Verbindungsmann zwischen Spielmannszug und OKK) zum Ausdruck gebracht. Die Spielleute haben damals mit ihrem Stabführer Erich Ganzert in Bickenbach und Umgebung einen guten Eindruck hinterlassen. Besonders erwähnt wurde Georg Ganzert (der Vater von Erich), der „ mit über 50 Jahren neben Zehnjährigen seinen Mann beispielhaft gestanden hat.“

Als der Spielmannszug bis auf 9 Mann abgesunken war übernahm Georg Mink 1966 die Führung und schaffte den in den zurückliegenden Jahren versäumten Anschluss an die gewandelte Spielmannsmusik durch die Ergänzung mit Blasmusikinstrumenten (Trompeten und Saxophon). In kurzer Zeit stellten sich Erfolge ein. Mit jungen Spielern und mit neuen Instrumenten wurde eine erfreuliche Entwicklung eingeleitet. Dafür musste viel Geld investiert werden. Es gab viele Spenden für Instrumente aus der Bevölkerung. Hauptsponsoren waren die Firma Flach und die Firma Dietrich. Der Spielmannszug war beliebt und spielte bei vielen feierlichen Anlässen. Georg Mink hatte erkannt, dass die Zukunft des Vereins im Nachwuchs liegt und hat die Jugendarbeit forciert. Sein Ziel war ein Schülerspielmannszug. Die Einzelausbildung wurde zuhause durchgeführt. Die Pfeifer wurden bei Georg Mink, die Trommler bei Hans Wiegand ausgebildet. Einige „Pfeiferlehrlinge“ können von einigen Übungsstunden bei Georg Mink berichten. Während Georg Mink draußen die Gartenarbeit erledigte, probten die Schüler in der Wohnung bei offenem Fenster; falsche Töne wurden durch Zurufe korrigiert. Seine Frau Susanne servierte den Buben Getränke. Georg Mink hat sich für die Ausbildung viel Mühe gegeben und viel Freizeit dafür geopfert. Oft hat er nach Feierabend bis spät nachts die Noten speziell für den Spielmannszug arrangiert und hat sogar die Griffzahlen über die Noten geschrieben, damit es die Spielleute leichter hatten. Das musikalische Repertoire bestand hauptsächlich aus Märschen, geeignet für Festumzüge auf der Straße: Laridah-Marsch, „Mit Sang und Klang“, „Koburger Marsch“, „Dragoner Marsch“, „Die kleine Garde“, „Kyffhäuser Turner-Marsch“, „Liebesbotenmarsch“, „Kaiser-Marsch“ und andere. Mit den neuen Instrumenten war aus dem Spielmanns- und Fanfarenzug ein Spielmanns- und Musikzug geworden.

Im Jahre 1969 wurde das erste große Jubiläum gefeiert: „50 Jahre Spielmanns- und Musikzug Bickenbach“. Die Feier fand im Bürgerhaus statt. Viele Ehrengäste waren gekommen, ebenso viele Ehemalige und „Veteranen“. Der damalige Bürgermeister Karl Schemel sagte in seiner Laudatio: „ Solange der Spielmannszug lebt und aktiv ist, geht hier am Landbach die Sonne nicht unter“. In der Begrüßungsansprache des OKK-Vorsitzenden Wolfgang Richter gab es viel Lob für den Spielmannszug. Besonders wurde die seit wenigen Jahren bestehende Jugend- und Schülerabteilung erwähnt. Großes Lob gab es auch für Stabführer Georg Mink, „den Motor des Spielmanns- und Musikzuges und ‚Karajan von Bickenbach'.“ In einem Ausblick auf das Jahr 2019 wurde die Befürchtung geäußert, „dass zum hundertjährigen Bestehen dann wohl Roboter bei den Sandhasen aufmarschieren werden, unter den Klängen elektronischer Musik“. Landrat Gustav Krämer würdigte ebenfalls die Leistungen des Spielmannszuges und lobte den großen Nachwuchs und sagte: „Hoffen wir, dass wir in 50 Jahren keine Roboter, sondern weiterhin echte Musiker auf unseren Straßen sehen.“ Besonders geehrt wurden die Mitgründer, Philipp Pühler, Adolf Weidmann und Sophie Blum. Der 10-jährige Dieter Wolf sprach den Prolog. Der Höhepunkt der Feier war der Auftritt von zwölf „Veteranen“ unter der Leitung von Wilhelm Ganzert mit den Märschen „Groß-Berlin“ und „Sturmlied der Freien Turner“. Die Musikabteilung spielte den „Kadettenmarsch“, die „Fuchsgraben-polka“ und den „Schneewalzer“. Die Schülerabteilung spielte das Volkslied „In die weite Welt“. Auch vom Darmstädter Echo gab es großes Lob: „Hervorragend war die Vielseitigkeit der Leistungen, da doch die eigentliche Blasmusik beim OKK noch ein ganz junges Kind der großen Musikerfamilie ist. Ein Western-Potpourri als „Gruß aus Amerika“ von Heinz Egidus wurde mit einem hier fast nie erlebten Applaus aufgenommen, ebenso eine Schlagerparade im Marschrhythmus. Und dass dann gar noch der Foxtrott ‚Ich werde jede Nacht von Ihnen träumen' erklang, wussten alle, was dieser Musikzug bereits erlernt hat. Bickenbachs Jugend aber pflegt noch lieber das Spiel der Trommeln und Pfeifen. Der Schüler-Spielmannszug hat keine Sorgen um geeigneten Nachwuchs. Sein Marsch ‚In die weite Welt' (R.G. Gnauck) zeigte, dass es Stabführer Georg Mink gelungen ist, auch als ‚Nichtjugendlicher' diese Jungen voll für das Spiel zu begeistern.“

Das Jubiläumsjahr 1969 war für den Spielmannszug auch das Ende einer Epoche. Die Auflösung des OKK stand kurz bevor, und der Stabführer Georg Mink gab aus Altersgründen die Leitung des Spielmannszuges ab.


Der Spielmanns- und Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr Bickenbach

Ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Spielmannszuges begann 1970. Das OKK wurde aufgelöst. Stattdessen wurde die Arbeitsgemeinschaft Bickenbacher Vereine (ABV) gegründet. Für den nun „heimatlosen“ Spielmannszug wurde ein fester Platz in einem anderen Verein gesucht. Die Freiwillige Feuerwehr unter der Führung des Ortsbrand-meisters und Vorsitzenden des Feuerwehrvereins, Gottlieb Weigert, erklärte sich bereit, den Spielmannszug als Abteilung aufzunehmen. Das Fortbestehen des Spielmannszuges war somit gesichert. Mit der Zugehörigkeit zur Feuerwehr änderte sich auch die Beklei-dung. Die Spielleute erhielten natürlich Feuerwehruniformen. Der weiße Dress wurde endgültig abgelegt. Der Feuerwehr-Spielmannszug stand zunächst unter der Leitung von Erich Ganzert. Schon 1970 übernahm Hans Wiegand den Stab und fungierte gleichzeitig als Abteilungsleiter für die Abteilung Spielmannszug bei der Feuerwehr bis 1980. Der Spielmanns- und Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr Bickenbach wirkte bei unzähli-gen Veranstaltungen mit. Das Winzerfest in Bensheim und die Fastnachtsveranstaltun-gen in Dieburg gehörten schon damals zu den traditionellen Veranstaltungsorten. Hinzu kamen auch die Feuerwehrfeste. Die Musiker waren oft an Sonntagen unterwegs und sorgten dafür, dass der Name Bickenbach auch weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt wurde. Im Jahre 1972 bestand der Zug aus über 30 aktiven Spielleuten und entwickelte sich zu einem reinen Fanfarenzug. Die Pfeifen wurden abgelegt, denn sie waren unmodern geworden. Mit der Umstellung hin zum „Modernen Fanfarencorps“ stellten sich 1973 Erfolge ein. Kurze Zeit später wurden auch Waldhörner und das Sousaphon eingesetzt. Zum musikalischen Repertoire gehörte damals u. a. „Kaiser-marsch“, „Grüße aus Dortmund“, „Frisch auf, Kameraden“.

Neben der obligatorischen Feuerwehruniform wurde 1974 noch eine weitere Bekleidung angeschafft, die das äußere Erscheinungsbild für die nächsten Jahre prägen sollte: roter Sakko und Krawatte. Die herkömmlichen Fanfaren wurden durch „Ventil-Fanfaren“ ersetzt. Es entwickelte sich ein Blechbläser-Ensemble. Ab 1974 nannte man sich „Moderner Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr Bickenbach“. Zur gleichen Zeit wurde erstmals ein externer musikalischer Ausbilder gegen ein geringes Honorar engagiert. Die Bickenbacher konnten den Militärmusiker Alan Fite von der in Heidelberg stationierten 33th-US-Army-Band als Ausbilder bekommen. Diese US-Band hat der damalige Bürger-meister Karl Schemel schon 1972 und 1973 zum Bickenbacher Volksfest geholt. So konnten die ersten Kontakte mit Alan Fite hergestellt werden. Alan Fite brachte den Bickenbacher Spielleuten die nötigen „Swing-Töne“ bei. Es kamen neue Stücke hinzu: u.a. Melodien von Glenn Miller und von James Last. Man nannte sich dann „Modernes Fanfarencorps“. Alan Fite führte den Zug in eine moderne musikalische Zukunft als Blas-orchester. 1975 wurden freundschaftliche Verbindungen zu anderen Musikkapellen geknüpft. Zuerst ist hier die Blaskapelle Hemslingen in der Lüneburger Heide zu nennen. Die ersten Kontakte wurden von der Freiwilligen Feuerwehr Bickenbach hergestellt. Weitere Kontakte hatte man zum Fanfarenzug TV Jahn Wolfsburg. Die Begegnungen mit dieser Kapelle hat der damalige Stabführer Hans Wiegand organisiert.

1977 wurde eine Schallplatte aufgenommen, zu der auch der Männergesangverein Liederzweig und der Harmonika-Spielring der SKG Beiträge geliefert hatten. Die Lieder wurden in einem Musikstudio aufgenommen. Das Fanfarencorps Bickenbach lieferte die Liedbeiträge: „Go Marching In“, „O By O Bongo“, Europa-Marsch und ein Stück von Glenn Miller.

Mit der Fertigstellung des neuen Feuerwehrgerätehauses 1978 wurden dem Fanfarenzug neue Übungsräume im Keller zur Verfügung gestellt. Bis dahin fanden die Proben im Jugendheim statt. Zu Pfingsten 1978 erfolgte der erste Auslandsauftritt des Fanfarenzuges in Brandenberg/Tirol. Im gleichen Jahr konnten die Bickenbacher Musiker beim Kreiswertungsspiel in Schaafheim ein erster großer Erfolg erringen. In der Fan-farenklasse „Modern“ kam der Fanfarenzug auf den ersten Platz. Dieser erste Platz war gleichzeitig auch die Qualifikation für die Landswertungsspiele in Großen-Linden. In Großen-Linden errang der Fanfarenzug in der A-Klasse die Silbermedaille. Bei insgesamt 40 teilnehmenden Spielmanns-, Fanfaren- und Musikzügen waren die Bickenbacher Bezirksmeister in der Klasse „Fanfarenzüge“ und Vizemeister in der Musikklasse „Blechbläser“ geworden. Zum musikalischen Repertoire gehörte „Amazing Grace“, „Europa-Marsch“, Ameri-cana“. Im Jahr 1979 wurde um den Modau-Pokal der Stadt Ober-Ramstadt gespielt. Der Fanfarenzug belegte in der Klasse „Fanfarenzüge“ den 1. Platz.

Ein großer Meilenstein in der Geschichte des Vereins wurde im Jahr 1981 gelegt. Die jungen Musiker, die Ende der 60er Jahre zum Spielmannszug kamen übernahmen immer mehr Verantwortung und wollten sich vor allem musikalisch weiter entwickeln. Es wurden andere und bessere Musikinstrumente angeschafft. Alle mussten Noten lernen, damit jeder in der Lage war, vom Blatt spielen zu können. In kurzer Zeit konnten neue Lieder geprobt und erlernt werden. Zuvor mussten die meisten Spielleute die Griffzahlen über die Noten schreiben. Die alten Instrumente wurden verkauft. Die Fanfaren wurden durch Trompeten und Flügelhörner ersetzt. Ziel war der Aufbau einer Brass-Band, also ein reines Blechblasorchester mit Trompete, Flügelhorn, Cornet, Posaune, Tenorhorn, Sousaphon und dazu auch Marschtrommel, Große Trommel und Percussion. Es wurde eine Besetzung gewählt, die sich für Konzerte und für Festumzüge gleichermaßen eignete.

In einer Übergangsphase von 1980 bis 1982 übernahmen Manfred Hofmann und Jürgen Zeißler zeitweise die Stabführung. Manfred Siegmund fungierte als Abteilungsleiter. In der Faschingszeit waren die Musiker oft unterwegs. 1980 und 1981 wurde der Bickenbacher Fanfarenzug von der Mainzer Schützengarde für deren Fasnachts-Kampagnen engagiert. Auf Initiative von Bürgermeister Karl Schemel reisten die Musiker 1981 nach Holland, wo der Zug an dem traditionellen Blumencorso in Delft und Rijns-burg teilnahm. Im gleichen Jahr wurde ein Vereinsausflug nach Wolfsburg zu den Freunden des Fanfarenzuges TV Jahn Wolfsburg unternommen.

Nachdem Alan Fite zurück nach Amerika ging, wurde Adolf Thoss aus Pfungstadt im Jahre 1981 engagiert. Thoss intensivierte den Musikunterricht und brachte den Musikern vor allem die notwendige Blastechnik bei und achtete auf exaktes Spielen der vorgelegten Noten. Bei seiner Notenauswahl legte er Schwerpunkte auf Egerländer Blasmusik, deutsche Volksmusik, Märsche, Polka, Walzer. Im Jahre 1982 übernahm Rainer Wolf die Stabführung. Vorsitzender bzw. Abteilungsleiter wurde Andreas Schemel . Es wurden neue, rote Uniformen mit schwarzen Fellmützen angeschafft. Der Musikverein wurde unter dem Stabführer Rainer Wolf immer besser, erzielte Erfolge und erwarb sich einen guten Ruf. Die Zahl der aktiven Spielleute vermehrte sich. Viele junge Leute kamen zum Verein. Das so genannte Drum-Corps, also die Trommler-Abteilung, wurde zu einem Markenzeichen. Besonders beliebt waren die südamerikanischen Samba-Stücke, die für angenehme Abwechslung bei den Straßenumzügen sorgten. Es folgte wieder eine Umbenennung des Namens, weil es ja kein Fanfarenzug mehr war. Man legte sich den Namen „Musikcorps der Freiwilligen Feuerwehr Bickenbach“ zu und startete von da an bei Wettkämpfen in der Brass-Band-Klasse. 1983 kam ein neuer musikalischer Leiter und Ausbilder: Dietrich Köhne aus Frankfurt. Rainer Wolf und Dietrich Köhne kümmerten sich intensiv um die Aus- und Fortbildung. Die nächsten Jahre standen vor allem im Zeichen von Proben und Lernen, es gab wenige Auftritte. Diese „Durststrecke“ wurde aber erfolgreich überstanden.

Herausragendes Ereignis im Jahre 1984 war ein großer Auftritt in der Halbzeitpause beim Fußball-Bundesliga-Spiel in Offenbach bei der Begegnung Kickers Offenbach gegen den Hamburger SV. Auf Vermittlung durch das Vereinsmitglied Karl-Heinz Grüner spielte und marschierte das Musikcorps vor 32.000 Besuchern im Offenbacher Stadion.

Erster großer Erfolg als Brassband war 1985 der 2. Platz bei den Hessischen Landesmeisterschaften in Ockstadt. Das Musikcorps konnte somit den Titel „Hessischer Vizemeister in der Brassband-Klasse“ erringen. Die Bickenbacher Musiker waren überglücklich und nahmen bei der Rückkehr in Bickenbach die Instrumente auf und marschierten zum Gasthaus „Zum Hirsch“, wo ausgiebig gefeiert wurde. Im gleichen Jahr erreichte das Musikcorps den 1. Platz bei den Kreiswertungsspielen in Seeheim. Damit wurde in Wettstreiten bestätigt und bewiesen, dass das Musikcorps eine der besten Musikgruppen im Lande geworden war. Die Zahl der Auftritte nahm zu. Unter anderem traten die Musiker beim 4. Internationalen Musikfest in Fränkisch -Crumbach/Odenwald und beim Heimat- und Trachtenfest in Schlitz auf. Herausragendes Ereignis war die Konzertreise und Auftritt in Luxemburg (Platzkonzert in der Altstadt anlässlich des Luxem-burger Stadtfestes). Weitere Vorstellungen gab es im Darmstädter Hauptbahnhof anlässlich der 150-Jahrfeier der Deutschen Bundesbahn. Im Jahre 1986 sind besonders die Auftritte in Frankreich zu erwähnen: Blumencorso im elsässischen Wasselone und Festumzug in Vitry-le Franc bei Paris.

Besondere Auftritte im Jahr 1987 waren ein Platzkonzert bei der Jubiläumsfeier „75 Jahre Darmstädter Hauptbahnhof“ und die Teilnahme an Wettkämpfen. Beim 28. Kreiswertungsspiel in Überau/Odenwald erreichte das Musikcorps den 1. Platz und die Goldmedaille. Der Höhepunkt des Jahres war die Teilnahme an den Hessischen Landesmeisterschaften in Altenstadt, bei der das Musikcoprs wieder den 2. Platz in der Brassband-Klasse erringen konnte. Damals hatte sich sogar eine kleine Fan-Gemeinde gebildet, die regelmäßig die Auftritte des Musikcorps verfolgte. Bei der Landes-meisterschaft in Altenstadt war ein Bus mit Bickenbacher Senioren mitgefahren.

Im Jahre 1988 wurden erste Kontakte zu einer englischen Blaskapelle geknüpft. John Enticknap war damals aktiver Musiker beim Musikcorps und stellte die Verbindung zwischen dem Musikcorps Bickenbach und der Ellesborough Silver Band, einer Brassband aus Aylesbury /Südengland, her. Es kam zur Konzertreise ins Mutterland der Brassbands. Das Bickenbacher Musikcorps gab mehrere Konzerte in Aylesbury, Wendover und in der Stadt Amersham (verschwistert mit Bensheim). Viel Spaß gab es bei einer „Big Session“, einer gemeinsamen Probe beider Kapellen mit über 60 Musikern unter der Leitung von Stabführer Rainer Wolf.

Das musikalische Repertoire bestand zu dieser Zeit aus: „The Pink Panther Thema“, „James-Bond-Theme“, Glenn-Miller-Medley, Beatles-Potporrie, „New York, New York, Trompetenecho, Egerländer Marsch, Brazil. Als Ausbildungs- und Übungsleiter fungierten Florian Altenau, Rainer Wolf und Manfred Hofmann (Trommler). Im Laufe der Zeit entstand ein selbständiger Verein innerhalb der Feuerwehr. Die Feuerwehr ließ den Spielleuten Spielraum und förderte eine gewisse Selbständigkeit. Um die Spielleute und vor allem die jungen Leute bei der Stange zu halten, war es notwendig, dass auch eine ordentliche Vereinsarbeit betrieben wurde. Es mussten teure Instrumente und Noten angeschafft werden. Diese Vereinstätigkeit wurde seit 1982 von einem Vorstand mit Andreas Schemel als Vorsitzenden wahrgenommen, der dafür gesorgt hat, dass das Musikcorps in Zukunft auf eigenen Füssen stehen konnte. Eine neue Epoche wurde 1989 mit der Selbständigkeit als Verein „Musikcorps Bickenbach 1919 e.V. eingeleitet.


Musikcorps Bickenbach 1919 e.V.

Ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Vereins wurde im Mai 1989 gelegt. Das Musikcorps wurde erstmals ein eigenständiger und im Vereinsregister eingetragener Verein mit eigener Vereinssatzung. Dem Musikcorps wurde weiterhin die Möglichkeit gegeben, die Proben und die Ausbildung im Feuerwehrgerätehaus abzuhalten. Der bisherige Abteilungsleiter Andreas Schemel übernahm die Vereinsführung als Vor-sitzender des Vereins und somit auch eine größere Verantwortung. Als Stabführer fungierte weiterhin Rainer Wolf. Zu dieser Zeit konnte das Musikcorps viele Höhepunkte und musikalische Erfolge verzeichnen. Viele neue Musiker und vor allem jugendlicher Nachwuchs kamen zum Verein. Es wurde früh erkannt, dass ein Musikzug sich weiter entwickeln und mit der Zeit gehen muss. Das Publikum honorierte die moderne Musik und die Showeinlagen auf der Straße. Die Samba-Rhythmen waren ein Markenzeichen des Musikcorps geworden. Das musikalische Repertoire wurde erweitert. Besonders beliebt waren bekannte Filmmelodien wie "The Theme of James Bond" und bekannte Oldies, darunter ein Beatles-Medley.

Der damalige Bürgermeister Karl Schemel schrieb zum 70. Jubiläum des Vereins: "Die Stärke des Vereins liegt in seiner inneren Kraft, einer großen Familie vergleichbar, die Freud und Leid gemeinsam trägt." Eine gute Darstellung des Musikcorps wurde anlässlich der 70-Jahrfeier im Bickenbacher Bürgerhaus geboten. Das Musikcorps präsentierte eine Bühnen-Show mit Lichteffekten sowie eine Drum-Show. Gespielt wurden die Musikstücke: "The Theme of Shaft", "James Bond", "Pink Panther", "New York-New York", Beatles-Medley. Zu dieser Feier waren auch die englischen Freunde von der Ellesborogh Silver Band gekommen. Zum Finale spielten beide Bands gemeinsam die Stücke "Abide with me" und "Auld Lang Syne" unter der Leitung von Dietrich Köhne. Zum Sonntagsfrühschoppen gab die Ellesborogh Silver Band ein Platzkonzert vor dem Rathaus.

1990 wurde vorübergehend Peer Abilgaard mit der Ausbildung beauftragt. Im gleichen Jahr, dem Jahr der deutschen Wiedervereinigung, hat der Spielmannszug aus Luisenthal/Thüringen auf Einladung des Musikcorps am Bickenbacher Volksfestumzug teilgenommen. Der Gegenbesuch fand im Sommer 1990 in Luisenthal anlässlich des Tal-sperrenfestes im Thüringer Wald statt.

Von 1991 bis 1992 wurde Russel J. Seifter, wieder ein Profimusiker der 33. US-Army-Band aus Heidelberg, als musikalischer Leiter engagiert. Neuer Stabführer und Dirigent wurde Stephan Rittersberger aus Heppenheim. Bei der Teilnahme an einem Musik-wettstreit um den Deutschland-Pokal 1991 in Alsfeld belegte das Musikcorps den 5. Platz.

Im Jahr 1993 wurde Florian Altenau zum Vorsitzenden des Musikcorps gewählt. Herausragendes Ereignis war der Auftritt bei der Wiener Redoute im Wiener Rathaus. Bei dieser Veranstaltung wurde der "Liebe-Augustin-Orden" an Thomas Gottschalk, Maria Schell und Siegfried Jerusalem verliehen. Vor über 500 Gäs-ten und im Beisein von Funk und Fernsehen eröffnete das Musikcorps die Veranstaltung und führte eine Trom-melshow auf. Am Tag darauf stand ein Auftritt im Kurhaus Wien-Oberlaa vor rund 2000 Zuschauern auf dem Programm. Weitere Auftritte folgten beim Rosenmontagsumzug in Düsseldorf und beim Karnelvalsumzug in Metz/Frankreich. Unter den zahlreichen Zuschauern in Metz befand sich eine Fachjury für die Bewertung der einzelnen Musikzüge. Davon wussten aber die Bickenacher Musiker zunächst nichts. Völlig überraschend wurde das Musikcorps zur besten Gruppe gekürt und erhielt mit diesem ersten Platz die Auszeichnung "Meiser des Internationalen Carnevalfestes in Metz 1993". Ein weiterer großer Auftritt war die Teilnahme am Sport- und Musikfest in Seeheim. Das Bickenbacher Musikcorps spielte gemeinsam mit dem Hessischen Polizeiorchester, dem Musikcorps Einhausen und dem Musikzug Seeheim auf dem Rasen im Christian-Stock-Stadion. Im Juni 1993 gab es ein Sonntagskonzert im Bürgerhaus. Unter der Leitung von Stephan Rittersberger wurden folgende Stücke gespielt: Peter Gunn (von Emmerson Lake & Palmer), I don't know to love him (aus der Rockoper "Jesus Christ Superstar" von Andrew Lloyd Webber), Magnum (aus der Krimi-Serie), Medley "United Kingdom", Tiger Rag, Pavane in Blue, The Final Countdown, Schiwago-Melodie, Latin-March und eine Trommel-Show.

1994 war wieder ein Jubiläumsjahr: Das 75. Jubiläum wurde mit einem Empfang im Bürgerhaus begonnen. Die musikalische Umrahmung erfolgte durch den befreundeten katholischen Kirchenmusikverein "St. Bartholomäus" aus Fehlheim. Schirmherr war Landrat Dr. Hans-Joachim Klein, der in seiner Festansprache die gute Jugendarbeit des Vereins sowie die vielfältigen Kontakte ins In- und Ausland würdigte, die dazu beigetragen haben, den Namen Bickenbach weit über die Grenzen Hessens hinaus bekannt zu machen. Alt- Bürgermeister Karl Schemel überreichte dem Vorsitzenden Florian Altenau den "Liebe-Augustin-Orden" für den Auftritt beim Wiener Fasching. Die Festveranstaltung zum Jubiläumsjahr fand im Festzelt am Sportplatz statt. Höhepunkt war der Auftritt der Damenkapelle "Die Bayrischen Sieben". Ein Jubiläumskonzert im November beendete den Veranstaltungsreigen.

1997 wurde Christian Satorius neuer Ausbildungsleiter. Im Jahr 1998 wurde das Musikcorps Hessenmeister der Marching Bands bei den Landeswertungsspielen des Hessischen Musikverbandes in Gießen. Es war ein Doppelerfolg: 1. Platz in der Gesamt-wertung aller Marching Bands und 1. Platz in der Marschwertung. Unter der Leitung des Dirigenten Christian Satorius und unter Stabführer Andreas Wolf wurde diese Meisterschaftsteilnahme in mühsamer Kleinarbeit vorbereitet. Vorgetragen wurden die Bühnenstücke "Brazilian Bay Dance" (ein südamerikanisches Arrangement) und "Everybody Needs Somebody" (Titelmelodie des Films "Blues Brothers") und für die Marschwertung "Happy Marching Band". Im gleichen Jahr fand ein Auftritt zum 100. Jubiläum im Stadion des SV Darmstadt 98 beim Freundschaftsspiel gegen den FC Bayern München statt. Es folgten Auftritte u. a. in Apolda (Thüringen) und Yutz (Frankreich).

Das Jahr 1998 ging für den Musikverein traurig zu Ende: Das langjährige Mitglied und bis zuletzt aktiver Musiker Karl Wolf verstarb nach schwerer Krankheit kurz vor Weihnachten.

Das Jubiläumsjahr 1999 (80 Jahre Musikcorps) wurde mit zwei großen Veranstaltungen begangen: Konzert im Bürgerhaus unter der Leitung von Stabführer Andreas Wolf und Christian Satorius. Hauptattraktion war eine Musikveranstaltung "Musik Convention Bergstraße" im Christian-Stock-Stadion in Seeheim mit sieben erstklassigen Brass- und Marchingbands, unter anderem "Beatrix" aus Holland.

Im Jahr 2000 wurde mit Nicole Hlavac erstmals eine Frau zur Stabführerin gekürt. Im gleichen Jahr wurde damit begonnen, Kurse für Blechbläser und Trommler für Schülerinnen und Schüler der Hans-Quick-Schule anzubieten. Die Ausbildung erfolgte durch Christian Satorius und Nicole Hlavac.

Nachdem das Musikcorps die Übungsräume im Feuerwehrgerätehaus nicht mehr nutzen durfte, wurden im Jahre 2001 die Räumlichkeiten im Bürgerhaus als Vereinsdomizil bezogen. Als musikalischer Leiter wurde 2003 Sven Adelberger engagiert.

Einer der Höhepunkte des Jahres war der Auftritt im Darmstädter Fußballstadion beim Fußball-Länderspiel der Damen Deutschland gegen England. Bei einem großartigen Konzert in Alsbach wurden neue Uniformen des Musikcorps vorgestellt: Rote Hosen mit silberfarbenen Applikationen, dunkelblaue Jacken und weiße Tropenhüte.

Durch den vorhandenen Nachwuchs und durch die kontinuierliche Vereinsarbeit und aufgrund der intensiven Musikproben scheint auch die Zukunft für das Musikcorps Bickenbach gesichert.


Das Musikcorps Bickenbach ab dem Jahr 2000

Durch den vorhandenen Nachwuchs und durch die kontinuierliche Vereinsarbeit und aufgrund der intensiven Musikproben scheint auch die Zukunft für das Musikcorps Bickenbach gesichert.
Im Jahr 2000 wurde mit Nicole Hlavac erstmals eine Frau zur Stabführerin gekürt. Im gleichen Jahr wurde damit begonnen, Kurse für Blechbläser und Trommler für Schülerinnen und Schüler der Hans-Quick-Schule anzubieten. Die Ausbildung erfolgte durch Christian Satorius und Nicole Hlavac.

Nachdem das Musikcorps die Übungsräume im Feuerwehrgerätehaus nicht mehr nutzen durfte, wurden im Jahre 2001 die Räumlichkeiten im Bürgerhaus als Vereinsdomizil bezogen. Im Jahr 2002 wurden das erste Mal für Fasching extra Clownsuniformen getragen, die in den Farben rot-silber gehalten wurden. Als musikalischer Leiter wurde 2003 Sven Adelberger engagiert. Die Kooperation mit der Grundschule Bickenbach wurde dank des Engagements von Sven Adelberger auf die Grundschule Hähnlein erweitert. Einer der Höhepunkte des Jahres war der Auftritt im Darmstädter Fußballstadion beim Fußball-Länderspiel der Damen Deutschland gegen England.

Bei einem großartigen Konzert in Alsbach wurden neue Uniformen des Musikcorps vorgestellt: Rote Hosen mit silberfarbenen Applikationen, dunkelblaue Jacken und weiße Tropenhüte.

Im Jahr 2004 waren die Auftritte im Congress Centrum Frankfurt anlässlich einer Produktpremiere und grandioser Show drum herum und der Auftritt beim Pfungstädter Brauereifest die herausragenden Ereignisse, neben dem traditionellen Besuch der Blaskapelle Hemslingen, bei der wir die "Nordlichter" in den Hessenpark entführten.

Musikalisch nahmen wir nach langer Zeit mal wieder an Meisterschaften teil und konnten bei den Hessischen Meisterschaften in Mainz-Kastel eine Bronzemedaille und bei den Rheinland-Pfalz -Meisterschaften in Stadecken-Elsheim eine Goldmedaille mit nach Hause nehmen.

Weiterhin waren an Highlights der erste Auftritt bei einem Tattoo in Ellwangen zu erwähnen.
Im Jugendbereich erwähnenswert ist der Auftritt des Jugendorchesters bei der Weihnachtsfeier der Firma „Goldwell“ und das Jugendzeltlager.
Im gleichen Jahr hat ein Wechsel bei den Ausbildern stattgefunden: Ausbilder für das Orchester wurde Roman Viehöver und für die Blechblas-AGs, Schuljahr 2004/2005, Igor Rudytsky.

Besondere Ereignisse waren die erfolgreiche Teilnahme bei der Aktion „Projekt 5000x“, die Auszeichnung im Rahmen des „Ludwig-Metzger-Preises“ der Sparkasse Darmstadt sowie die Teilnahme an dem Projekt „Little Amadeus“.
Außerdem sei die die Teilnahme am Bickenbacher Volksfest mit einem Stand in der Bachgasse bei Familie Böhm (wie bereits auch schon in den Vorjahren) sowie die Fahrt mit dem Partnerschaftsverein nach St. Philbert/F erwähnt.


Das erste Bickenbach Tattoo und die Zeit danach

2006 war für das Musikcorps ein sehr erfolgreiches und auch ein weichenstellendes Jahr.

Begonnen hat das Jahr mit dem Faschingstreiben in Zwingenberg, Wiesbaden-Nordenstadt, Dieburg, Heppenheim und Köln. Parallel dazu wurde schon das angedachte Tattoo im Juli organisatorisch vorbereitet. Anders als gedacht führte Andreas Wolf sein Amt als Stabführer aus persönlichen Gründen nicht weiter. Fortan mussten wir alle zusammen eine Lösung suchen. Dankenswerter Weise erklärten sich Manfred Hofmann und Isabell Kuhnke bereit, die Show für das Tattoo weiter auszuarbeiten bzw. neu zu gestalten.

Musikalisch ging es dann geradewegs auf unser Tattoo zu Das MCB durfte die Show auch im Herbst an zwei unterschiedlichen Orten aufzuführen (Oppau und Paderborn). Isabell und Manfred hatten die Leitung der Übungsstunden und das kurzerhand in die Turnhalle Alsbach verlegte Übungswochenende in die Hand genommen und durchorganisiert.

Den Erfolg konnte man dann bei dem ersten Höhepunkt 2006 unserem Tattoo sehen und hören. Von der Organisation bis zum Wetter stimmte fast alles. Die Musikshow kam gut beim Publikum an. Mit dem Tattoo bot das MCB ein Ereignis an, das bisher einzigartig sowohl für Bickenbach als auch für die Region war.

Weitere Umzugsauftritte folgten im Herbst in Reichenbach, Bessungen, Rodau und Dreieichenhain, die auch zum Auftrittsbestandteil des Musikcorps gehören. Ein weiterer Pflichtgegenbesuch in Heppenheim und ein Engagement des Gewerbevereins in Bickenbach standen ebenfalls auf dem Herbstprogramm. Letzter Auftritt des Jahres erfolgte beim Nikolausumzug in YUTZ/Lothringen.

Neben den musikalischen Auftritten sollte auch die Reise nach Hemslingen und die Begegnung mit den Hemslinger Musikern erwähnt werden, die unser Vereinsleben im Jahr 2006 ebenfalls bereicherte.

Nachdem es geschafft wurde, die Jugendausbildung kontinuierlich auszubauen und wir auch mittlerweile erste Früchte davon tragen, hatte das Jugendorchester im Jahr 2006 zwei selbstständige Auftritte, die sie mit Bravour leisteten. Der Auftritt bei der Gewerbeausstellung des Bickenbacher Gewerbevereins im Sommer und beim Bickenbacher Advent.

Seit Sommer übernahm Alexander Grünewald auch eine Percussiongruppe, welche aus den MCB-Kids entstand. Diese Gruppe wurde 2007 mit Schülerinnen und Schülern der Hans-Quickshule vereint. Nach den Sommerferien gab es wieder ein Wechsel bei den Ausbildern: bei der Blechblas AG an der Grundschulen in Hähnlein übernahm Svetlana Zheleva die Ausbildung. Auch in der Bickenbacher Hans-Quick-Schule, an der Natahlie Farin aktiv war, war ein Wechsel in Sicht.

Ende 2006 begann die Suche nach einem neuen Orchesterausbilder, da Roman Viehöver ein Engagement beim Staatstheater Freiburg annahm. Somit war auch das Ende des Engagements von Nathalie Farin besiegelt, denn die beiden heirateten kurz darauf und Nathalie zog nach Freiburg.

Dank der Verbindungen von Roman Viehöver zum Staatstheater Darmstadt konnten wir Ulli Conzen als neuen Ausbilder für das große Orchester gewinnen.

Nach den Sommerferien (Schuljahr 2007/2008) übernahm Markus Wagemann die Verantwortung für die Ausbildung in der Hans-Quick-Schule und der Hähnleiner Grundschule. Ende 2007 übernahm Ulli Conzen auch das Jugendorchester. Die Ausbildungskoordination lag von nun an beim 2. Vorsitzenden Alexander Grünewald.

Auf dem musikalische Programm 2007 standen Auftritte in Zwingenberg, Dieburg, Rüdesheim, Büttelborn, St. Augustin bei Bonn, Babenhausen, Reichenbach, Erbach, Alsfeld, Darmstadt und Bickenbach an. Die Ausrichtung auf Showauftritte wurde erfolgreich ausgebaut, und man konnte zwei große internationale anerkannte Musikshows in St. Quentin, Frankreich und Neuchatel, Schweiz besuchen. Außerdem zeigte sich der Verein auch in Strassburg und Yutz/Lothringen.

Nach dem grandiosen Verlauf im Jahr 2008 mit den unterschiedliche Highlights wie beispielsweise die Musikshow anlässlich des Hessentages in Homberg/Efze, einer Musikshow in Bad Driburg und dem Military Tattoo in Luxembourg folgte das Topereignis in der Vereinsgeschichte der Auftritt bei der Steubenparade in New York.

In der Faschingssaison 2009 erhielt das Musikcorps den Zuschlag bei „Hessen lacht zur Fassenacht“, DER Fachingsproduktion des Hessischen Rundfunkes. Andere Auftritte zur Faschingszeit waren in Nieder-Ramstadt, Hahn, Dieburg und wieder einmal beim Rosenmontagszug in Köln. Im Verlauf des Jahres erfolgte ein Auftritt anlässlich des Blumencorsos in Gerardmer/Frankreich. Ein Wochenende im Ausland war 2009 mit Paris ebenfalls dabei.

Daneben bereiteten wir uns schon durch monatliche Sonntagsübungsstunden auf unser Tattoo im Juli vor, doch hatten wir auch einen Auftritt beim Tattoo in Dänemark, welches eine Woche vor unserem Tattoo stattfand, angenommen. Somit stand die Zeit von Mai bis Ende Juni vollständig im Zeichen des Übens für das Tattoo. Nach dem Ereignis in Dänemark folgte dann auch gleich das unser Tattoo 2009. Das Tattoo war für das Musikcorps überaus erfolgreich. Eintrittskarten ausverkauft, prima Organisation, musikalisch erstklassig besetzt.

Im gleichen Jahre folgten noch Auftritte in Solothurn/Schweiz und in Yutz/Lothringen.

Im Jahr 2010 übernahm nach 17. jähriger Führung durch Florian Altenau der langjährige 2. Vorsitzende Alexander Grünewald das Zepter der Geschäftsführung, wobei Florian Altenau noch als 2. Vorsitzender fungierte. Highlights des Jahres 2010 war sicherlich die Eröffnung der Faschingskampagne in Berlin, neben den anderen üblichen Auftritten an Fasching oder Kerb. Auch unser jährliche AUftritt beim Nikolausumzug in Yutz(F) sollte wieder erwähnt werden, genauso wie unser 2 jährliche Austausch mit unserer befreundeten Blaskapelle aus Hemslingen.

Im darauffolgenden Jahr stand auch wieder unser 3. Bickenbach Tattoo auf dem Programm, zum anderen aber auch das 1. Loreley Tattoo, wobei unser Stabführer wesentlich zu der Zusammensetzung der musikalische Gesamtkonzeptes beitrug.

2012 musste leider Alexander Grünewald wegen einer schweren Krankheit, die er mittlerweile gut überstanden hat, wieder das Amt niederlegen, so dass hier dann Jürgen Zeissler neuer Vorsitzender wurde.

Auftritte in Solothurn bei der Marchingparade und bei der Eröffnung der neuen Landebahn in Frankfurt sollten hier als Highlights erwähnt werde.

Das Highlight 2013 waren die Tattoos in St. Gallen (CH) und auf Schloss Marienburg(bei Hannover- Welfenschloss)

- Fortsetzung folgt- MCB-Chronist: Jürgen Zeissler

Als langjähriges Mitglied und ehemaliger Musiker kennt er sich bestens über die Geschichte des Musikcorps aus. Er verfasste dieses Meisterwerk. Ein besonderer Dank geht an Jürgen Zeissler